4. Mai 2015

Jonnie Döbele & Hannelore Kober at Parrotta: BUCHVORSTELLUNG und AUSSTELLUNG/Filmscreening am Freitag, dem 15. Mai 2015, 19.00 Uhr

 
BUCHVORSTELLUNG und AUSSTELLUNG


Jonnie Döbele: "Max Bense 6.12.76, 18.15 -19.20h"

Aufnahmen vom Hörsaalsitz


Mit einem Essay von Harry Walter

Fotobuch im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln



Freitag, 15. Mai 2015, 19.00 Uhr


Markus Hartmann im Gespräch mit Jonnie Döbele und Harry Walter




PARROTTA CONTEMPORARY ART
Augustenstr. 87-89, 70197 Stuttgart, S-Bahn: Schwabstrasse



Im Anschluss stellt der Kunstwissenschaftler Florian Härle, der im Bereich des Super 8-Films forscht und ein Kenner des Expanded Cinema ist, eine Filminstallation und 4 kurze Single-Screen-Arbeiten von Hannelore Kober und Jonnie Döbele vor, die zwischen 1977 und 1983 entstanden sind.

Der Stuttgarter Philosoph und Schriftsteller Max Bense (1910-1990) gehörte in der Nachkriegsära zweifellos zu jener überschaubaren Gruppe von Intellektuellen, die mit ihren Thesen für tiefe Verstörungen im öffentlichen Bewusstsein sorgten. Seine Vorlesungen waren Kult. Über die eigentliche Studentenschaft hinaus, wurden sie zum Treffpunkt der progressiven Geister dieser Stadt. Man ging dort hin, um einem Denker bei der Hervorbringung seiner oft provokativen Gedanken zuzuschauen, aber auch, um selbst gesehen zu werden. Doch nur einmal ist es gelungen, ein solches Event fotografisch zu dokumentieren. Noch als Student konnte der Filmemacher Jonnie Döbele mit Benses Erlaubnis am Nikolausabend des Jahres 1976 die Genese einer solchen Vorlesung von Anfang bis Ende festhalten. Eine Auswahl dieser vom Hörsaalsitz aufgenommenen Fotografien hat er nun, fast vierzig Jahre später, zu einem Fotobuch arrangiert, dessen "ästhetische Eigenrealität" über den einzigartigen dokumentarischen Wert dieser Bilderserie noch hinausweist. Ein in das Buch integrierter Essay von Harry Walter versucht, dem Hörsaal-Phänomen Bense mit rein sprachlichen Mitteln näherzukommen.


Auszug aus Florian Härles Promotionsschrift "Performative Filminstallationen der 80er Jahre", erscheint 2016:


"Ende der Siebzigerjahre studieren die beiden Filmemacher Hannelore Kober und Jonnie Döbele in London in der Filmklasse von Malcolm Le Grice. Die Rolle des Lehrers könnte nicht besser besetzt sein, denn er ist einer der wichtigsten Protagonisten des Expanded Cinema in England und damit Vertreter des Strukturellen Films. So ist es nicht überraschend, dass Kober und Döbele mit ihren Werken, eine historisch spannende Funktion einnehmen zwischen dem Strukturellen Film und der künstlerischen Haltung, die sich Ende der 70er Jahre entwickelt und die mit dem Bruch von (nicht nur künstlerischen) Traditionen einher geht: Mit ihrem filmisch-künstlerischen Werk, das trotz formaler Ernsthaftigkeit ironische und persiflierende Züge aufweist, vermitteln die Stuttgarter zwischen den Lagern des Strukturellen Films und Punk und markieren eine historische Wende in der filmischen Praxis."

link: www.maxbense100.de

Quelle: www.jonniedoebele.de
& link: www.hannikober.de

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