8. November 2015

ifa-Ausstellung/ Rahmenprogramm: Kulturtransfers #8 Chen Kuen Lee (1915–2003) Hauslandschaften. Organisches Bauen in Stuttgart, Berlin und Taiwan



30.10.2015 – 10.01.2016





Rahmenprogramm:



Donnerstag, 12. November 2015



Öffentliche Führung und Kunstgespräch 

durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Andrea Welz M.A. mit Aperitif

um 16 Uhr



Eröffnung des minigolflee-Parcours:

im Innenhof des Instituts für Auslandsbeziehungen

um 17.30 Uhr



Studierende der Hochschule für Technik in Stuttgart vom Internationalen Master of Interior Architectural Design (IMIAD) analysierten Lees Architektur und entwickelten daraus Bauten für eine Minigolf-Anlage. Diese wird im Innenhof des ifa zu den Öffnungszeiten zu bespielen sein! Zur Einweihung des minigolflee-Parcours mit ersten Schlägen und einem Aperitif laden wir und Prof. Wolfgang Grillitsch mit seinen Studierenden ganz herzlich ein!



Vortrag:

von Dr. Eduard Kögel, Architekturhistoriker und Publizist, über

„Dekonstruierte Tradition: Chen Kuen Lee und das Neue Bauen“

um 19 Uhr



Als Chen Kuen Lee Anfang der 1930er-Jahre in Berlin Architektur studierte, traf er auf Ernst Boerschmann, Honorarprofessor für Ostasiatische Baukunst an der Technischen Hochschule in Berlin. Als Hugo Häring und Hans Scharoun Anfang der 1940er-Jahre Interesse an der traditionellen chinesischen Architektur zeigten, bekam Boerschmanns Werk für Lee eine neue Bedeutung: Er wurde sein Assistent und arbeitete an einer Dissertation zum traditionellen Urbanismus in China. In einem interkulturellen Dialog verhandelte er den Begriff der Landschaft auf unterschiedlichen Ebenen: die Topographie, das Dach, die Integration von Garten und Bauwerk sowie der „Schachtelraum“, den er in einen Bewegungsraum auflöste.


Haus Ketterer mit Garten, Süddeutschland, 1954-55; © R.Halbe



Ineinandergeschobene Winkel, kristalline Formen und ein Garten, der bis in den Innenraum geht – der Architekt Chen Kuen Lee gestaltete außergewöhnliche Wohnhäuser, die sich durch ihre aufgesprengte Gestalt, die Verzahnung von Innen- und Außenraum sowie durch die landschaftsplanerische Gestaltung mit Hermann Mattern, Adolf und Hannes Haag auszeichnen. Lee gehörte zur Avantgarde der Nachkriegsarchitektur in Deutschland; vermittelt durch seine Forschung und Tätigkeit mit Hans Poelzig, Hugo Häring und vor allem Hans Scharoun knüpfte er nicht nur an die Konzepte des Neuen Bauens an, sondern entwickelte diese in einem eigenständigen Werk weiter, in dem fernöstliche Philosophie auf Konzepte der europäischen Moderne traf. Die Ausstellung konzentriert sich auf Wohnarchitektur: Unterschiedliche Planungsaufgaben prägen die 20 ausgewählten Gebäude, welche zu verschiedenen Wohnbautypen gehören. 

Während Lee seit Anfang der 1950er-Jahre ein Büro in Stuttgart unterhielt und sich einen Namen als Villenarchitekt in Süddeutschland machte, sind die Bauten, die er im Märkischen Viertel in Berlin errichtete, für den Massenwohnungsbau ausgelegt. Das Märkische Viertel gehört seit Ende der 1960er-Jahre zu einem der umstrittensten Siedlungsbauprojekte in Deutschland, für das Lee eine Wohnanlage mit 1.240 Wohnungen entwarf und realisierte.

Lee, geboren 1915 in Wuxing/China, gestorben 2003 in Berlin, wirkte auch theoretisch durch seine Schriften, die Bau- und Lehrtätigkeit der späten Jahre in Taiwan sowie durch die Gründung des deutsch-chinesischen Werkbundes, den er mit Häring und Scharoun plante und damit einen Kulturtransfer par excellence initiierte.

In der Galerie Sonnenberg, einem der Kettenhäuser Lees, können Sie vom 31. Oktober bis zum 6. Dezember 2015 nicht nur ein Haus von Lee im Original erleben, sondern auch die Ausstellung "Chen Kuen Lee – Das Erleben im Raum" sehen. Korinnaweg 50 A, 70597 Stuttgart-Sonnenberg, Sa/So 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung.
www.galerie-sonnenberg.de


ifa-Galerie Stuttgart
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart


Öffnungszeiten:

Dienstag – Sonntag 12 – 18 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen

Vom 24.12.2015 – 01.01.2016 ist die Galerie geschlossen!



Quelle: www.ifa.de

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