18. Juli 2013

Kafka in der Oberwelt - EÖ Freitag, 19. Juli 19:15 h




Die Büchse der Pandora - 100 Jahre Franz Kafkas "Das Urteil"

Gruppenausstellung

Ausstellungseröffnung: Freitag, 19. Juli 2013, 19:15 Uhr

u.a. mit Performance von Hannelore Kober 

Einführung: Dr. Gerhard Oberlin


Oberwelt e.V., Reinsburgstraße 93, Stuttgart-West 
 
Sechzig Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland sind der Einladung von Oberwelt e.V. zur Teilnahme an der Gruppenausstellung Die Büchse der Pandora – 100 Jahre Franz Kafkas 'Das Urteil' gefolgt.

Ihre gezeigten Werke stehen entweder in direktem Bezug zur Erzählung 'Das Urteil' oder gehen auf eine künstlerische Auseinandersetzung mit Kafka in längeren Zeiträumen zurück.
Beide Wege zeigen sich in einer großen Vielfalt von Medien als Ausdrucksformen. Sie reicht von Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Collage über das Wandobjekt, die Kleinplastik und Installation bis zu Video und Performance.

Die inhaltliche Struktur der Präsentation, die all diese Medien durchmischt, schafft die Möglichkeit, in einen Dialog mit der aktuellen künstlerischen Kafkarezeption anhand interpretatorischer und ästhetischer Gesichtspunkte zu treten.

Die Ausstellung bildet den zweiten Teil der Doppelveranstaltung Die Büchse der Pandora – 100 Jahre Franz Kafkas 'Das Urteil', die im April 2013 mit einer Lesung der Erzählung (Susa Ramsthaler) und einem anschließenden literaturkritischen Vortrag (Dr. Gerhard Oberlin) begonnen wurde. Der Charakter als Doppelveranstaltung liefert aber zugleich das Muster für die ganze Veranstaltungsreihe 'Reflexe', die noch vor Ende des Jahres fortgesetzt wird.


Mit kleinem Performance-Programm bei der Eröffnung.
Die Einführung hält Dr. Gerhard Oberlin.


Besichtigung bis 3. September 2013, jeweils Mo. 21.30 Uhr – 24.00 Uhr 


u.nach telefonischer Vereinbarung unter Tel.: 0711-6363464 oder 0711-51876346

Beteiligte Künstler/innen:

 
Miriam Abdelmoula
Pia von Aulock
Beate Baumgärtner
Ulli Berg
Conny Blom
Michaela Braun
Julia Brodauf
Jörg Buchmann
Klaus Bushoff
Heinrich Dosedla
Pola Dwurnik
Daniel Eltinger
Karin Förster
Pippi Frank
Johannes Gérard
Kurt Grunow
Günter Guben
Markus Hallstein
Annette Haug
Peter Haury
Iris Hellriegel
Oliver Herrmann
Ulrike Jacobi
Claude Jeanmart
Michael Jochum
Hannelore Kober
Eva Koberstein
Markus Koch
Stephan Köperl
Fabian Kühfuß
Artur Kurkowski
Hui Ling Lee
Nadine Lindenthal
Stefan Malicky
Jan-Peter Manz
Natalia Matta-Landero
Andreas Meyer-Brennenstuhl
Brigitte Neufeldt
Wolfgang Neumann
Mario Ohno
Joachim Peter
Klaus Pinter
Katja von Puttkamer
Ellen Rein
Stefanie Reling
Heike Sackmann
Michaela Sadlowski
Yutta Saftien
Kerstin Schaefer
Rüdiger Scheiffele
Reiner Schlecker
Jochen Schlöder
Peter Schmidt
Julia Schrader
Johanna Smiatek
Ulrich Stürmer
Thomas Ulm
Sascha Vidakovic
Sylvia Winkler
Ute Z. Würfel





Im Mai ist es genau 100 Jahre her, dass Franz Kafkas Geschichte "Das Urteil" in Max Brods Jahrbuch "Arcadia" das Licht der literarischen Welt erblickte. Das kleine, im Originaltyposkript 17 Seiten kurze Werk war in der Nacht vom 22. auf den 23. September 1912 "wie eine regelrechte Geburt mit Schmutz und Schleim bedeckt" aus seinem Urheber hervorgegangen, wie dieser am 11. Februar 1913 in sein Tagebuch schrieb. Es blieb zeitlebens die ihm "liebste Arbeit", während er den größten Teil seines Gesamtwerks später vernichtet sehen wollte. Ein Erfolg zu Lebzeiten war die Geschichte nicht. Die Arcadia-Auflage von 1000 war auch noch 1919 nicht vergriffen. Da lag allerdings "Das Urteil" bereits als 80-Groschen-Heft der Nummer 34 in der Edition "Der Jüngste Tag" im Kurt Wolff Verlag vor, der es in zweiter Auflage seit 1916 höchstens zwei- bis dreitausend mal verkaufte. Heute gilt die Geschichte als eines der exorbitantesten Werke der Weltliteratur, in dem sich die Ichzerfallenheit des modernen Menschen wie in keinem anderen davor oder danach widerspiegelt. 





eng.:

In May 2013, it will be exactly 100 years since Franz Kafka’s story “The Judgement” saw the literary light of day in Max Brod’s yearbook “Arkadia”. The short work, only 17 pages in original typescript, emerged from the author on the night of September 22nd, 1912 “as a true birth, covered with filth and slime”, as he stated in his diary on February 11th, 1913. It remained his lifelong “favourite work”, whereas he later wished to have most of his other works destroyed. The story was not blessed with success during his lifetime. In 1919, there were still unsold copies of the original Arkadia print run of 1000. However, “The Judgement” was also available as number 34 in the series of dime novels entitled “Der Jüngste Tag” (English: Judgement Day) published by the Kurt Wolff Verlag. Between two and three thousand copies of this second edition were sold from 1916. Today the story is regarded as one of the most exorbitant works of world literature as the self-disintegration of the contemporary individual is reflected in it as in no other work past or present.

The Oberwelt member Dr. Gerhard Oberlin is literary scholar and author of the recently published analysis of Kafka’s works entitled “Die letzten Mythen” (English: The last Myths)

Gerhard and Ellen Rein proposed the lecture be followed by an exhibition presenting artistic responses to Kafka’s “The Judgement”.


Ausstellung bis 3. September 


Quelle: Gerhard und Ellen Rein für Oberwelt e.V.

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